Steckbrief

Deutz MIHZ 436


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Bei diesem Motor handelt es sich um einen liegenden Zweizylinder Motor wie er früher für Sägemühlen, Schmieden, Getreidemühlen und sonstiges dieser Art verwendet wurde.

Leider ist in diesem Fall, auf Grund verschiedener Hände durch welche der Motor in einigen Jahrzehnten gereicht wurde, nicht mehr bekannt wofür er mal eingesetzt war.


Der Motor hat (entgegen häufiger Darstellung) ein Eigengewicht von etwa 5 Tonnen.

Die häufig zitierte Angabe von ca. 3,6 Tonnen stammt aus Prospektblättern.

Da die Motoren auf gemauerten Fundamenten montiert wurden mussten sie per Hebezeug während der Aufstellungsphase auf diese Fundamente gehoben werden.

In den speziellen Aufstellungsanleitungen wurden die Motoren ohne Kurbelwelle und ohne Schwungrad dargestellt, da dieser teilzerlegte Zustand den Auslieferungszustand darstellte.

In diesem Zustand beträgt das Gewicht die besagten ca. 3,6 Tonnen.

Dadurch wusste der Käufer dass er ein Hebezeug für dieses Gewicht bereit halten musste um den Motor aufstellen zu können.

Im endmontierten Komplett-Zustand beträgt das Gewicht ca. 5 Tonnen.


Diese Motoren arbeiten im Vorkammerverfahren.

Damit der Start erleichtert wird kann der Schwungradseitige Zylinder auf eine im Direkteinspritzverfahren arbeitende Hilfseinspritzdüse umgeschaltet werden.

Zusätzlich ist an dieser Hilfsdüse ein Luntenhalter vorhanden.

Gestartet wird mit Druckluft.

Hierzu wird der vom Schwungrad abgewandte Zylinder in der Art umgesteuert dass keine Kraftstoff-Förderung stattfindet.

Das Einlassventil wird deaktiviert und das Auslassventil wird jedesmal wenn der Kolben Richtung vorderen Totpunkt gelangt geöffnet.

Ein zusätzliches Druckluft-Einblasventil steuert jedesmal nachdem der Kolben den vorderen Totpunkt passiert hat, und das Auslassventil geschlossen hat, einen kurzen Druckluftstoss in den Zylinder.

Sobald der Schwungradseitige Zylinder Gezündet hat wird die Steuerung des abgewandten Zylinders auf Betrieb umgeschaltet wodurch nun die Ventile klassisch im Viertaktverfahren arbeiten und dieser Zylinder ebenfalls anspringt, da nun auch hier Kraftstoff gefördert wird.

Zu guter letzt wird der Schwungradzugewandte Zylinder noch von Hilfdüse auf Hauptdüse umgeschaltet.


Sobald der Motor etwas warmgelaufen ist kann über ein Ladeventil der Druckluftbehälter wieder aufgeladen werden.


Technische Daten:


Gewicht: ca. 5 Tonnen

Hubraum gesamt: 25 Ltr.

PS: 60 bei Nenndrehzahl 420 U/Min

Bohrung: 210 mm

Hub: 360 mm

Baujahr: 1938

Stückzahl gesamt: 303



Fotos